Glossar

Wenn Sie den Eindruck haben, dass die Welt des fairen Handels ihre ganz eigene Sprache hat – ist das kein Grund zur Sorge! Mit diesem Glossar möchten wir Sie durch die spezifischen Fachbegriffe führen, die von FLOCERT, Fairtrade International und der World Fair Trade Organization (WFTO) verwendet werden.

Vertragsproduktion

Der Begriff Vertragsproduktion hat verschiedene Bedeutungen innerhalb von WFTO und Fairtrade. Daher ist es wichtig die Bedeutung kontextspezifisch zu unterscheiden.

In Fairtrade ist Vertragsproduktion eine Organisationsform (reguliert von den Fairtrade Standards), die Kleinbäuer*innen einbindet, die keine formelle Struktur haben oder die in Strukturen ohne legale Geschäftsform organisiert sind. Diese können Fairtrade beitreten wenn sie mit eine*r Zwischenhändler*in wie etwa eine*r Exporteur*in, Verarbeiter*in, privaten Unternehmen oder Nichtregierungsorganisation (NGO) (siehe Fördergremium) zusammenarbeiten und sich vertraglich zu der Produktion und dem Verkauf eines Produktes verpflichten. Die oder der Zwischenhändler*in beteiligt sich an der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung der oder des Produzent*in mit dem Ziel, dass dieser autonom wird und, mit der Zeit, die allgemeinen Fairtrade Standard für Kleinproduzent*innenorganisationen erfüllt.

Im Gegensatz dazu nutzt die WFTO den Begriff Vertragsproduktion, um Bezug auf einen Produktionsaufbau zu nehmen, bei dem die Produzent*innen eine Übereinkunft mit der oder dem Käufer*in haben – manchmal vor der Ernte und meistens vor dem Anbaubeginn. Definierte Konditionen können Vorauszahlungen, Lieferinvestitionen der oder des Käufer*in, Anbaumethoden, Lieferperiode und Preis betreffen. Die kleinen Produzent*innen haben entweder keine formelle Struktur oder sind in Strukturen ohne eine legale Geschäftsform organisiert.

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